Handschrift Ade? – Von den Veränderungsprozessen einer Kulturtechnik

Wann:
18. Oktober 2021 um 14:00 – 15:30
2021-10-18T14:00:00+02:00
2021-10-18T15:30:00+02:00
Wo:
41 Als Präsenzveranstaltung ge- plant. Achtung! Kurzfristige Änderungen möglich
Seminarraum S 67
Philo- sophikum
Universitätsstraße 41
Kontakt:
Dr. Ursula Pietsch-Lindt

Kulturwissenschaftliche Ein- und Ausblicke auf den Weg der Hand-
schriftlichkeit einst und jetzt
Zunehmend nutzen Menschen die in den digitalen Endgeräten vorgegebe-
ne Tastatur, weil sie ihnen die als mühsam empfundene Bewegung von
Stift auf Papier erspart. Laufend verbessern einschlägige Technologieun-
ternehmen die Möglichkeiten des Transfers von Handschrift in digitalisier-
te Druckschrift. Lebhaft diskutiert wurde und wird der Stellenwert der
Handschrift in der Grundschule. Dabei wird diese Diskussion aktuell nicht
mehr von den kontroversen Meinungen zur optimalen Ausgangsschrift be-
stimmt, sondern verlagert sich auf die durch Corona beschleunigte digitale
Mediennutzung und deren Einfluss auf die Lernprozesse. Was bedeutet
dieser mediale Umbruch der Schreibkultur für den Ausdruck menschlicher
Subjektivität? Ist es also nun endgültig vorbei mit dem handgeschriebenen
Lebenslauf, den analogen Postkarten, dem persönlichen (Liebes-)Brief,
vorbei mit der Kunst des (Schönen-)Schreibens, der unverbrüchlichen Au-
thentizität der persönlichen Handschrift? Die nachstehenden Schlagzeilen
zum Stellenwert des Schreibens mit der Hand aus den letzten zehn Jah-
ren lassen die Bandbreite des interdisziplinären Diskurses von Medien-
und Literaturwissenschaft, (historischer) Anthropologie, Schreibdidaktik,
(Neuro-)Psychologie und Kunstwissenschaft erahnen: „Auch Tippen ist
Handschrift“ – „Handschrift ist ein Akt der Freiheit“ – „Schreibbewegung
unterstützt das Textverständnis“ – „Verlust der Feinmotorik befürchtet“ –
„Zunahme der Daumenfertigkeit“ – „Finnland verabschiedet sich von der
Schreibschrift in der Schule“ – „Handlettering als der neue Trend“. Ausge-
hend von diesen Meldungen werden wir uns im Arbeitskreis mit der Varia-
tionsbreite der handschriftlichen Techniken und ihrer Rückwirkung auf die
Schreibenden und das Geschriebene befassen. Beispiele von ausgewähl-
ten Handschriften aus dem 19. Jahrhundert bis heute werden uns dafür
die anschauliche Grundlage liefern.

Anmeldung erforderlich:
Anmeldung ab: 30. August 2021
Anmeldung bis: 13. Oktober 2021
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an ✉ gasthoerer-studium@uni-koeln.de
Bitte geben Sie Ihre Matrikelnummer an!

 

Sie werden zu Hygiene-, Abstands- und Kontaktnachverfolgungsregelungen informiert. Bitte beachten Sie,
dass eine kurzfristige Umstellung auf ein digitales Format erfolgen muss, falls die coronabedingt reduzierten
Raumkapazitäten keine Veranstaltungen in Präsenz zu lassen. Bitte behalten Sie Ihr Postfach im Blick!

Dieses Angebot wird vom fgs finanziert

Schreibe einen Kommentar