Ringvorlesung: Von Mestizaje über die Kontaktzo- ne bis zur Dekolonialisierung – Aushandlungen von Zugehörigkeit in Lateinamerika

Wann:
7. April 2022 um 16:00 – 17:30
2022-04-07T16:00:00+02:00
2022-04-07T17:30:00+02:00
Wo:
Seminarraum S 11, Seminar- gebäude,
Universitätsstraße 37
Kontakt:
Prof. Dr. Bieke Willem, Dr. Sarah Albiez-Wieck

In der interdisziplinären Ringvorlesung präsentieren ausgewiesene Spezi-
alist:innen verschiedene Formen der Aushandlung von Zugehörigkeit in la-
teinamerikanischen Diskursen. Der Schwerpunkt liegt auf den Konzepten
Mestizaje und Kontaktzone, wobei vor allem ersteres durchaus berechtig-
te Kritik erfahren hatte. Dabei werden sowohl historische Phänomene als
auch gegenwärtige Entwicklungen beleuchtet, die sich mit Prozessen kul-
tureller und sozialer Vermischung befassen; von der kolonialen Gesell-
schaft über die Formierung der Nation im 19. Jahrhundert und indigenen
und afroamerikanischen Bewegungen die sich spätestens seit den 1990er
Jahren für Konzeptionen von Plurinationalität und Plurikulturalität einset-
zen.
Die Publikation von Borderlands/La Frontera. The New Mestiza von Gloria
Anzaldúa hat seit den 1990er Jahren und insbesondere in den Kultur- und
Literaturwissenschaften ein erneuertes Interesse am Konzept der Mes-
tizaje hervorgerufen, welches immer wieder aufgrund rassistischer Impli-
kationen kritisiert worden ist. Gleichzeitig entstanden neue Begriffe um die
Zugehörigkeit in heterogenen und oft konfliktiven Räumen theoretisch zu
fassen. Mary Louise Pratt prägte den Begriff der Kontaktzone (1991) um
sich auf den Raum kolonialer Begegnung zu beziehen und belebte den
Begriff der Transkulturation (Ortiz 1983) neu, um den Blick auf die oft vor-
handene Asymmetrie dieser Begegnungen zu lenken.
Heutzutage beleben die Konflikte um Territorien und Extraktivismus sowie
die feministischen intersektionalen Diskurse und die Debatte um Dekoloni-
alisierung Fragen der Zugehörigkeit in Amerika neu. Die Ringvorlesung
will anhand von Beiträgen aus den Geschichtswissenschaften, der Sozio-
logie sowie den Kultur-, Kunst- und Literaturwissenschaften beleuchten,
wie wir uns diesen aktuellen Situationen annähern können. Dabei sollen
auch einzelne Beiträge über Regionen außerhalb Lateinamerikas die De-
batte bereichern.
Einige Sitzungen werden auf Spanisch oder Englisch stattfinden.

Anmeldung erforderlich:
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an ✉ mail-clac@uni-koeln.de

 

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