Zur Gegenwart der personalistischen Wissenschaft: Person, Personalität, Persönlichkeit

Wöchentliche Sitzung:

  • Das Honorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert. Darüber hinaus gehende Kosten der Organisation und Koordination werden durch die Universität zu Köln gedeckt.

Wer ist die Person? Ist sie gut oder böse? Worin bestehen ihre Würde, Werte und Wirren? In diesem Arbeitskreis widmen wir uns den Grundlagen einer philosophischen Personologie aus einer axiologischen Perspektive (von griech. „axia“ für Wert). In der Form des Kölner wertethischen Personalismus (z. B. Max Scheler, Nicolai Hartmann, Hendrik Stoker), des kritischen Personalismus (William Stern) und der Personwissenschaft (Ludwig Binswanger) kann die personalistische Wissenschaft auf eine stolze Vergangenheit zurückblicken. Obgleich der Personbegriff seitdem von verschiedenen Seiten grundsätzlicher Kritik ausgesetzt wurde (z. B. Diskursanalyse, Poststrukturalismus), bietet auch die Gegenwart einen Tummelplatz personalistischer Ansätze (siehe Literaturvorschläge). Diesen entlang seiner Grundlinien zu erschließen und auf die ihn tragenden Konzepte der Person, der Personalität und der Persönlichkeit hin zu reflektieren, ist die Absicht dieses Arbeitskreises. Hierbei wird uns insbesondere die Hypothese leiten, dass das Verhältnis, welches die Person zu ihren Werten einnimmt, im Falle eines geordneten bzw. kultivierten Verhältnisses ihre Würde, im Falle eines ungeordneten bzw. gestörten Verhältnisses aber ihre Wirren konstituiert. Im Seminarverlauf werden uns verschiedene Einzelanalysen beschäftigen, die den weiten Kreis sittlicher Phänomene betreffen und personalistisch gedeutet werden können; im Negativen z. B. als Ressentiment oder Hochmut, im Positiven als Demut oder Bildung.

Ein Reader wird vor Seminarbeginn online zur Verfügung gestellt.

Empfohlene Literatur:
Frings, M. S.: Person und Dasein. Zur Frage der Ontologie des Wertseins. Springer, 1969.
Spaemann, R.: Personen: Versuche über den Unterschied zwischen „etwas“ und „jemand“. Klett-Cotta, 1996. Cusinato, G.: Person und Selbsttranszendenz. Ekstase und Epoché des Ego als Individuationsprozesse bei Schelling und Scheler. Königshausen & Neumann, 2012.

Dr. Hannes Wendler

  • Wöchentliche Sitzungen: Dienstags, 12.00–13.30 Uhr
  • Beginn: 17. Oktober 2023
  •  Seminarraum S231, COPT-Gebäude, Luxemburger Straße 90
  • Es ist keine Anmeldung erforderlich. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger Gasthörer:innenausweis. Bitte bringen Sie diesen zur ersten Sitzung mit.

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