Gespräch mit Chorleiter Andreas Biertz vom fgs-Chor:
„Chor ist mehr als Musik“ mit Ulrike Rohr.
Der Gasthörer- und Seniorenchor des Fördervereins der Universität zu Köln – fgs-Chor – hat sich innerhalb von drei Jahren zu einer festen Größe entwickelt. Aus ursprünglich rund 20 Sängerinnen und Sängern ist eine lebendige Chorgemeinschaft mit inzwischen etwa 45 Mitgliedern geworden. Das Repertoire reicht von Rock, Pop und Chansons über Volkslieder bis hin zu klassischen Werken.
Andreas Biertz spricht im Interview über die besondere Atmosphäre im Chor, die Auswahl neuer Lieder und seine Wünsche für die Zukunft.
Ulrike Rohr: Herr Biertz, Sie leiten den Gasthörer- und Seniorenchor seit seiner Gründung im Jahr 2023. Was hat Sie damals gereizt, diese Aufgabe zu übernehmen?
Andreas Biertz: Ich arbeite sehr gerne mit Menschen, die Freude an Musik haben und sich darauf einlassen möchten. Besonders reizvoll finde ich die Arbeit mit Laiensängerinnen und Laiensängern. Zu erleben, wie Menschen musikalisch wachsen und gemeinsam Erfolgserlebnisse haben, macht mir große Freude.
Ulrike Rohr: Der Chor ist inzwischen von rund 20 auf etwa 45 Mitglieder gewachsen. Worauf führen Sie diese positive Entwicklung zurück?
Andreas Biertz: Ich denke, das liegt vor allem an der offenen und herzlichen Atmosphäre. Die Sängerinnen und Sänger sind neugierig, lernbereit und bringen eigene Ideen ein. Gleichzeitig erleben wir bei den Proben regelmäßig Fortschritte, und das motiviert. Viele gehen nach einer Probe beschwingt nach Hause und freuen sich schon auf die nächste. Diese Begeisterung spricht sich offenbar herum.
Ulrike Rohr: Was macht für Sie einen guten Chor aus – unabhängig von der musikalischen Qualität?
Andreas Biertz: Ein Chor ist für mich in erster Linie eine Gemeinschaft. Natürlich geht es um das gemeinsame Singen, aber genauso wichtig sind gegenseitige Unterstützung, Rücksichtnahme und Zusammenhalt. In unserem Chor wird aufeinander geachtet. Wenn jemand fehlt, wird nachgefragt. Viele treffen sich auch außerhalb der Proben. Das zeigt, dass Chor weit mehr ist als Musik.
Ulrike Rohr: Gibt es einen Auftritt oder einen besonderen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Andreas Biertz: Ja, das gemeinsame Konzert mit dem KölnerKinderUni-Chor der Universität zu Köln. Dort kamen verschiedene Generationen zusammen, und es entstand ein sehr schönes Miteinander. Solche Begegnungen machen Musik besonders wertvoll.
Ulrike Rohr: Das Repertoire des Chores umfasst inzwischen rund 70 Lieder. Nach welchen Kriterien wählen Sie neue Stücke aus?
Andreas Biertz: Das ist oft eine spannende Herausforderung. Unser Chor ist sehr vielfältig. Manche singen gerne englische Lieder, andere bevorzugen deutsche oder kölsche Stücke. Wir haben sogar ein persisches Lied und verschiedene internationale Titel im Repertoire. Entscheidend ist für mich, dass die Stücke zur Besetzung passen, Erfolgserlebnisse ermöglichen und gleichzeitig die musikalische Entwicklung fördern.
Ulrike Rohr: Sie arrangieren viele Stücke selbst. Wie aufwendig ist diese Arbeit?
Andreas Biertz: Sehr aufwendig. Die Melodie allein reicht für einen mehrstimmigen Chorsatz nicht aus. Ich verbringe viele Stunden damit, passende Arrangements zu schreiben. Dabei muss ich die Besetzung, die Tonlagen und die Möglichkeiten der einzelnen Stimmen berücksichtigen. Besonders wichtig ist, dass die Musik sowohl gut singbar als auch klanglich ausgewogen ist. Umso schöner ist es, wenn ein neues Stück bei der ersten Probe bereits so klingt, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ulrike Rohr: Die Sängerinnen und Sänger erhalten die einzelnen Stimmen auch digital zum Üben.
Andreas Biertz: Genau. Über eine Dropbox stellen wir Übedateien zur Verfügung. Viele nutzen dieses Angebot intensiv und bereiten sich zuhause vor. Das merkt man natürlich bei den Proben und beschleunigt den Lernprozess erheblich.
Ulrike Rohr: Neben Ihrer Chorarbeit sind Sie in vielen musikalischen Bereichen aktiv. Welche Instrumente spielen Sie?
Andreas Biertz: Mein Hauptinstrument ist das Klavier. Darüber hinaus spiele ich unter anderem Klarinette, Saxopfon, Akkordeon, Gitarre, Mandoline und Orgel.
Ulrike Rohr: Welche Rolle spielt die Gemeinschaft für den Erfolg des Chores?
Andreas Biertz: Eine sehr große. Bei uns treffen Menschen mit ganz unterschiedlichen musikalischen Vorerfahrungen aufeinander. Einige kommen aus erfahrenen Konzertchören und können hervorragend Noten lesen. Andere haben erst im Ruhestand mit dem Singen begonnen. Gerade diese Mischung macht den Chor so besonders. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig und lernen voneinander.
Ulrike Rohr: Was würden Sie Menschen sagen, die überlegen, dem Chor beizutreten?
Andreas Biertz: Einfach ausprobieren! Jeder kann singen. Man braucht keine Vorkenntnisse, muss keine Noten lesen können und auch nicht vorsingen. Wer Freude an Musik und Gemeinschaft hat, ist bei uns herzlich willkommen.
Ulrike Rohr: Bisher tritt der Chor vor allem bei Semestereröffnungen und Semesterabschlussveranstaltungen auf. Welche weiteren Auftrittsmöglichkeiten würden Sie sich wünschen?
Andreas Biertz: Ich freue mich über jede Gelegenheit, unseren Chor einem größeren Publikum vorzustellen. Ob Uni-Fest, Kulturveranstaltung oder soziale Einrichtung – wir sind offen für viele Formate und gespannt, welche Möglichkeiten sich in Zukunft ergeben.
Ulrike Rohr: Worauf dürfen sich Chor und Publikum in nächster Zeit besonders freuen?
Andreas Biertz: Ein Höhepunkt wird sicherlich das 30-jährige Jubiläum des Fördervereins der Gasthörerinnen und Gasthörer im Oktober sein. Am 21. Oktober gestalten wir dazu gemeinsam mit namhaften Solistinnen und Solisten der Musikwissenschaft ein Konzert in der Aula der Universität. Das wird sicherlich ein besonderer Abend.
Ulrike Rohr: Herr Biertz, vielen Dank für das Gespräch.
Andreas Biertz: Sehr gerne. Vielen Dank.
Das Interview führte Ulrike Rohr, Öffentlichkeitsarbeit für den fgs-Chor
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(Monika Rainer und Helmut Weiß vom fgs)
Nachlese zur Semestereröffnung SoSe am 9. April 2026:
Nachdenklicher musikalischer Appell
Der fgs-Chor präsentierte zur Semestereröffnungsveranstaltung
unter der Leitung von Constantin Callies – in Vertretung von
Andreas Biertz – bewusst nachdenkliche Lieder.
Helmut Weiß, Sprecher des Chors, moderierte das Programm. Die
Liedauswahl spiegelte dabei auch die derzeitige politische Lage
wider. Ziel war es , zum Nachdenken anzuregen, persönliche
Verantwortung bewusst zu machen und die Kraft der
Gemeinschaft für die Verwirklichung friedlicher Visionen zu
betonen.
Der bekannte Gospel-Klassiker „It’s me, O Lord“ vermittelt die
Botschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
John Lennons „Imagine“ gilt als Hymne der Friedensbewegung.
Der Sänger entwirft darin die Vision einer Welt ohne Trennungen
– ohne Religionen, ohne Länder und ohne Besitz. Eine Welt, in der
es nichts gibt, wofür Menschen töten oder sterben müssen.
Der Traum vom Frieden wird vom Chor im Schlusslied
aufgegriffen und weitergeführt:
„Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele
gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“
Mit diesem Lied senden die Chormitglieder eine Botschaft zum
Semesteranfang – als musikalischen Aufruf zur Veränderung.
Ulrike Rohr
Öffentlichkeitsarbeit für den fgs-Chor



Unser Chor bei Proben für die nächsten Konzerte:




Auftritt unseres fgs-Chores am 6. Juni 2025.


Der fgs-Chor hat einen eigenen Flyer. Fall Sie ihn nicht bereits als Print-Ausgabe besitzen, können Sie ihn sich herunterladen.
Im August 2023 begannen die Proben des neuen Chores unter der professionellen Leitung unseres Chorleiters Andreas Biertz. Inzwischen sind wir auf über 30 Sänger:innen angewachsen, die jede Woche mit großer Begeisterung zu unseren Chorproben kommen. Geprobt wird jeden Dienstag von 10.15–11.45 Uhr im Musiksaal im Hauptgebäude der Uni, auch während der Semesterferien.
Der Chor ist inzwischen zu einem hörenswerten Klangkörper zusammengewachsen. Wir singen dreistimmig und unser Repertoire reicht von Rock, Pop, Volksliedern bis Klassik, je nach der Art unserer Auftritte. Unterstützt werden wir vom Collegium musicum der Universität zu Köln, nicht zuletzt durch die Zurverfügungstellung des Übungsraumes.
Der Chor ist offen für alle fgs-Mitglieder oder die, die es werden wollen.
Anfänger:innen sind herzlich willkommen! Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Antwort „Ich kann nicht singen“ lassen wir nicht gelten.
Der Unkostenbeitrag beträgt 20 € im Monat. Kommen Sie unverbindlich zu unseren Proben. Danach können Sie sich entscheiden beizutreten. Wir freuen uns auf Sie!
Neue Uhrzeit für Chorprobe: 10.15 – 11.45 Uhr im Musiksaal der UzK
Der Musiksaal befindet sich im Hauptgebäude der Universität (Albertus-Magnus-Platz) und ist vom Haupteingang über den Aufgang rechts im 3. OG zu erreichen.

Der erste Auftritt!!!!!!
Semestereröffnung WS 2034/24 am 9.10.23





